Der LMV . . .

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Wenn einer eine Reise tut... Aber wenn dann auch noch 7 zusammen ein Ziel in Angriff nehmen, dann ändern sich die Dimensionen. Aber nun erst einmal langsam und der Reihe nach.

Letztes Jahr, irgendwann im Oktober oder November kam das Gespräch zum ersten mal auf den BIG25 in Berlin. Warum? Ganz einfach: Wir haben zwei Berlinerinnen im Verein, deren Herz nicht ganz von Berlin lassen kann - warum auch? Berlin ist ja schließlich immer eine Reise wert, aber weiter der Reihe nach. Schnell war dann der Entschluss gefasst "Berlin, Berlin, wir fahren nach BERLIN" und dann laufen wir alle gemeinsam - oder wenigstens in etwa gemeinsam - ins Olympiastadion ein, genießen den Weg hinein durchs Marathon-Tor und bewundern die "blaue Bahn" und uns auf riiiiiesigen Leinwänden. Na klar machen wir vorher Sightseeing, nur eben auf eine uns Läufern eigene Art: Per Pedes!

Tag 1 - Ankunft und Sondierung

Die Jugendherberge war schnell gefunden - Dagmar hatte sich darum gekümmert uns im Zentrum unterzubringen und es gab sogar noch Zimmer für uns 8 - ja, am Anfang waren wir zu acht: Dagmar - Ur-Ex-Berlinerin, Beate - Harzimport aber im Herzen Berlinerin, Stefan, Iris, Emine, Solveig, meiner einer und mein Schatten, Kent. Der Termin rückte näher und die Sache wurde ernst. Schnell war klar, dass ein gemeinsamer Trip in einem Fahrzeug - Bahn oder Bus - vermutlich am entspanntesten wäre, jedenfalls eher, als wenn wir mit mindestens zwei PKWs anreisen würden. Also charterten wir einen Kleinbus - 9 Sitze auf 3 Reihen verteilt.

Irgendwie kam dann Solveig abhanden - der Rennsteig und die Vorbereitung darauf ließen eine Teilnahme am BIG25, einem schnellen Straßenrennen, einfach nicht sinnvoll erscheinen und so blieben wir noch zu siebt.

Unmittelbar nach dem Frauenlauf wollten wir nicht starten, aber tags darauf brachen wir alle gut gelaunt und voller Erwartungen gegen 10:00 Uhr gen Berlin auf. Die Fahrt war entspannt - kurze Bio- und Kaffeepause am Rastplatz

Stolpe, dann ging es weiter. Ab Berliner Ring hatte ich ein "Human Navi", das mir absolut souverän soufflierte und Spuren, Spurwechsel, Abbiegungen, Umleitungen ansagte - Danke Beate! Taxifahren in Studium hält echt eine Weile vor, Respekt!

Ohne Stress kamen wir so an der Internationalen Jugendherberge (Kluckstr. 3, 10785 Berlin ) an, fanden einen bustauglichen, kostenlosen Parkplatz im Hof, bestürmten die Rezeption mit unseren Fragen zu Frühstück, Lunchpaket, Checkout, Auto hinterlassen, Duschen trotz Checkout ...

Nachdem klar war, das wir nach dem Lauf noch mal hierherkommen konnten um zu duschen waren wir zufrieden und machten uns auf zu den Zimmern. Fünf von uns hatten ein Kleingruppenzimmer mit eigenem Bad gebucht, Kent und ich wollten lieber ein Zweibettzimmer, aber wer bei sowas an ein kuscheliges Nest denkt hat sich getäuscht! Wir guckten nicht schlecht, als wir zwei fein säuberlich bezogene Betten vorfanden... übereinander...in einem Stockbett... ;-) Wahnsinn, wie lange habe ich nicht mehr in einem Hochbett geschlafen? Kent erbarmte sich, und verkündetet das Wagnis des "oben schlafens" auf sich zu nehmen und ich war froh. Den anderen ging es nicht anders - Stockbetten und Streichhölzer ziehen, ganz normal halt.

Aber zum Schlafen waren wir nicht hier - wir wollten was erleben! Und wir brauchten unsere Unterlagen und wollten Marathon-Messe-Shoppen, naja, so etwas über 71% jedenfalls. Kent und Stefan ergaben sich in ihr Schicksal und folgten uns ohne zu murren - Dankeschön! Auch auf diesem Weg machten wir uns natürlich zu Fuß, schon mal Teile der Strecke angucken, Berliner Luft schnuppern und die Beine vertreten. Die "Messe" war eigentlich nicht existent - sie fand auf der Dachterasse des Karstadt-Sport Hauses statt und machte dem keine Konkurrenz.

Unsere beiden "Hähne" hatten diesbezüglich also wenig zu leiden - Emine und ich kauften essentielle Startnummernbänder, Iris T-Shirts für die 2 Töchter daheim - das wars, weiter gings.

Nächstes Ziel war "DIE Butikke " - desigual, da zog es Beate hin - gebongt. Iris wollte gerne zu Hollister, aber diesen Wunsch konnten wir nicht erfüllen - der Laden blieb unentdeckt, jedenfalls von bzw. für uns.

Nächstes Ziel Pasta Party - Beate führte uns auf verschlungenen Wegen zu einem traumhaften Italiener in ihrem alten Wohnviertel. Das Essen war "bellissima" - absolut authentisch und lecker, wir kamen wohl alle auf unsere Kosten und feierten unsere eigene Pastaparty mitten in Schöneberg im "BAR TOLUCCI" (www.bar-tolucci.de ).

Ruiniert hat uns der Abend nicht, gestärkt brachen wir gen DJH auf, noch ein wenig an der Matratze horchen, Schäfchen zählen ehe morgen der GROSSE TAG anbrach, dem wir alle aus unterschiedlichsten Gründen entgegen fieberten.

Aber halt! Ein Eis muss noch sein. Da es das aber im Restaurant noch nicht gab (Vorsaison), suchten wir einen kleinen Italiener in einer nahe gelegenen, nun ja, noch in Berlin befindlichen, Seitenstraße auf. "Handgemachtes Eis" stand da, und auch wenn der Preis pro Kugel mit 100 Euro Cent erst einmal schockte - so war die Freude über die überdimensionale-mega-leckere-gigantomanische-Riesenkugel größer und der Preis bei dem Geschmack... vergessen, gerechtfertigt, ... fantastico! Vielen Dank der edlen Spenderin mit einem großen Herzen für eishungrige Fahrerinnen - danke Iris

Nachdem wir glaubten, unser Human Navi war "offroad" und die Füße langsam immer schwerer wurden kamen wir in der Jugendherberge an, verabredeten noch schnell eine Frühstückszeit und gingen dann Schlafen.

Tag 2 - der große Tag des BIG25 in Berlin

Namens-Exkurs - BIG steht nicht für das englische big, wie vermutlich jeder annimmt, sondern steht vielmehr für eine Berliner Krankenkasse, die BundesInnungskrankenkasse Gesundheit, kurz BIG. Etwas zur Historie dieses Laufes, den es immerhin schon in veränderter Form seit 1981 gibt, findet ihr hier: http://www.berlin-laeuft.de/25berlin/historie.php.

Frühstück: Emine, unsere Nachteule, konnte scheinbar nicht lange schlafen und hatte ihr erstes Frühstück schon hinter sich, als wir die Dusche noch vor uns hatten. So kann''s gehen. Wir trafen uns wie verabredet um null sieben dreißig in dem Frühstücksraum, organisierten die Lunchpakete und frühstückten beinahe gemütlich, Dagmar und Iris nahmen todesmutig jeweils ein hartgekochtes Ei zu sich. Das hätte ich mich selbst mit einer Stunde mehr Zeit zum Lauf hin nicht getraut aber nun gut, jeder isst halt anders und laufen tun wir ja alle schon eine Weile, warum also nicht?

Das Frühstück war kurz und knackig - 30min brauchten wir für maximale Kaffeemengen, den Saft sparten wir uns weg, der Geschmack war wenig natürlich, keine Experimente!

Und dann ging es auch schon los - S-Bahn fahren kann ja sooooo entspannend sein... wenn man seine Fahrkarte schon hat. Statt dessen standen wir wie kleine Schulmädchen vor diesem verhexten Automaten und hämmerten auf den Tasten rum - irgendwo musste doch das 5-Personen Kleingruppen Ticket sein, nur wo? Und dann die Einzelfahrscheine...menno... die Bahn kam in Sicht - verdammt, dummer Automat druck schneller.. geschafft! Tickets gegriffen, Wechselgeld gegrapscht und den anderen in die Bahn hinterher gesprungen. Tür zu - es ging los, wir waren auf dem Weg ins Olympiastadion!

Die Bahn füllte sich, alle Altersgruppen vertreten, alle mit blauen Kleiderbeuteln behängt, die liebevoll mit einer Nummer versehen wurden, erwartungsvolle Gesichter wohin man blickte. Aussteigen, wir sind da. das Olympiazentrum ist beeindruckend - riesig groß, mächtig von den Olympischen Ringen überspannt - erhebend, und da wollten wir rein! Jup, unbedingt! Komme was da wolle... Aber erst einmal noch eine kurz Biopause vor dem Stadion mit einer zickigen Hightech-Toilette - ist nicht so schön, wenn Türen nicht zu gehen trotz ordnungsgemäßer Bezahlung, nun ja eine von dreien... Aber wir hatten alle

"Türsteher Qualitäten" und versperrten so den Blick auf Details !  Im Stadion selber herrschte schon reges Treiben - aber es war noch nicht voll, wir machten einen Treffpunkt aus, schritten zur Kleiderbeutelabgabe und kamen

nach einigen Beweisphotos "auf der Grünen Wiese" vor bedeutender Kulisse wieder zusammen - auf zum Start.

Der kam auch recht schnell, wir hatten nicht gebummelt und hätten nicht später losgekommen sein dürfen - jetzt war es deutlich voll. 10.478 Athleten - uns eingeschlossen - starteten alle zur gleichen Zeit durch Berlin. Wir hatten uns der zu erwartenden Geschwindigkeit entsprechend zusammen gefunden, Stefan und Dagmar wollten rennen, Iris und ich wollten nur ankommen in einer sub 2:50h Zeit und Beate und Emine wollten den Lauf genießen.

Die Streckenführung war spektakulär für jemanden wie mich, trotz bereits mehrmaliger Besuche in Berlin. Es ging ein kurzes Stück die Olymische Straße entlang, dann in die Reichsstraße, Kaiserdamm, Bismarkstraße, über den Ernst Reuter Platz in die Straße des 17ten Juni, vorbei am großen Stern (Goldelse kennt jeder...), wo sich die Wege gabelten - Emine würde ihre Halbmarathondistanz (dieses Jahr erstmalig dabei!) nun quer durch den Tiergarten führen, wohingegen wir weiter geradeaus liefen auf das Brandenburger Tor zu.

Gestern noch waren wir hier lang gefahren, und hatten aus dem Auto heraus die Strecke bestaunt, nun waren wir zu Fuß unterwegs und der Moment, in dem man durch das Brandenburger Tor rennt, ist einfach unbeschreiblich.. Eine Samba-Band - nicht die einzige übrigens - pushte die Stimmung hier und es waren wahre Menschenmassen an diesem signifikanten Platz versammelt. Lächeln - da lag auch schon ein mutiger Photograf auf dem Boden gleich hinter dem Tor und machte Bilder.

Der war allerdings nicht der einzige, der das heute machte... Kent, hatte ich ja was sein Ziel anging für den heutigen Lauf gar nicht erwähnt, schenkte zumindest mir heute seine Zeit und wurde nicht müde, auf der gesamten Strecke nach interessanten Motiven zu suchen - exklusiv für den Marathon e.V. Lübeck versteht sich - und Iris und mich in allen möglichen und unmöglichen Situationen abzulichten - Danke ! 

Zwischendurch verschwand er dann auch mal auf der Suche nach Dagmar und Stefan sowie Emine, wurde aber nicht fündig (jedoch andere schon - Dank an berliner-laufbilder.de) aber kam mit einem breiten Grinsen zurück um zu berichten, dass er bei seinem Sprint einen Spruch von Mitläufern aufgeschnappt hätte "Das sind noch über 10km - das hält der nie durch in dem Tempo.." - Klar, dass ihn das freut, wen nicht? Denn er hielt natürlich durch.

Nach dem Brandenburger Tor kamen noch weitere tolle Highlights von Berlin, vorbei am Gendarmenmarkt ging es gen Potsdamer Platz mit dem Sony Center mit einer lebensgroßen Lego Giraffe davor, die uns anblickte, Schloß Charlottenburg, durch die Masurenallee und zurück in Richtung Stadion.

Bei km 22 kam langsam die Sonne raus - bis dahin war es angenehm kühl - ideales Laufwetter, darin waren wir uns allesamt einig. Nun drohte es ungemütlich zu werden - Iris und ich waren mit einer guten 6er Pace unterwegs gewesen, aber langsam wurden die Beine lahm und wir wollten nur "endlich ankommen". Kent und mir steckte noch der Harz in den Beinen - das merkten wir nun beide. Dann kam aber auch schon der Abbieger in die Reichsstraße, die waren wir ja nun schon heute früh gelaufen - nur ging es nun auf dem Rückweg stetig mäßig bergan bei steigenden Temperaturen - durchhalten und nicht fluchen. Traubenzucker spendete noch einmal kurz Energie ehe wir auch schon in den Sog um das Stadion eintauchten - es musste gleich da vorne sein, hinter der Ecke... Die Sambaklänge waren schon lange zu hören und zogen uns förmlich an...

Aber was ist das? Auf das Stadion zu, durch eine Art Gasse - die Masse klatschte und jubelte - erhebend schon wieder und dann... werden wir doch glatt an dem Stadion VORBEIgeführt - oh nein!!! Schon wieder eine Kurve, und endlich! Wiedererkennungswert!!! Hier war ich schon mal - beim Frühstückslauf des Berlin Marathons 2011 - gleich sind wir da! Noch mal wurden wir schneller - die Beine liefen fast automatisch den pulsenden Sambaklängen entgegen, wir ließen uns ansaugen und kamen endlich in die Schneise der Katakomben - das Marathon Tor war nicht mehr weit.

Da war die Samba-Gruppe - was für ein Gefühl - durch die Katakomben hallten die Klänge irre laut noch weit hinter uns her, eine Lichtorgel, die wie eine Landebahnbeleuchtung aufflammte, leitete uns direkt auf das Marathon-Tor zu, und dann waren wir auch schon auf der wunderschönen, gigantischen, einmaligen, weichen, vielgepriesenen blauen Bahn! Wow - alles lief wie von alleine, das Strahlen kam zurück in die Gesichter, wir würden deutlich unter der avisierten Zeit bleiben - Fersengeld, alle Reserven mobilisiert und dem Ziel entgegen geflogen, Kent bricht noch einmal aus für ein Photo, und dann laufen wir alle drei Hand in Hand ins Ziel!

Wieder ein phantastischer Lauf unter Freunden, mit Freunden, einfach unbeschreiblich! Lachend in den Armen liegen, Ordner um Bilder bittend warten wir dehnend auf die anderen, Beate und Emine, aber erst einmal kommen Stefan und Dagmar ins Ziel. Langsam wird es uns kalt - die Wechselklamotten müssen her. Beates und Emines Einlauf haben wir damit leider verpasst - Iris jedoch nicht, irgendwie hat sie es noch einmal zurück ins Stadion geschafft und konnte Beate in Empfang nehmen - verrate uns wie!

Jetzt noch ein paar Bilder vor den Berliner Bären aber - oh nein: Kamera-Akku leer, so geht die Fahrt eben ohne Bärenbild zu Ende. Wir kommen also bestimmt wieder - mindestens um das Bild nachzuholen - wer kommt mit?

Weitere Bilder findet ihr in der Galerie . . .

Die komplette Serie gibts auf Anfrage gerne bei mir per CD.

 

sportliche Grüße & keep on running!

Birgit

 

Unser Laufevent

 

 

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